Rosskastanie - Aesculus hippocastanum
Ein Baum der Kinder

Die Kastanien - im Herbst dürfen sie in meiner Jackentasche nicht fehlen! Sie liegen so gut in der Hand und sind so warm und geschmeidig. So eine kleine Kastanie kann wahre Wunder wirken. An einem trüben Herbsttag muss man sie nur ein paar mal in der Hand umdrehen und schon sieht die Welt sonniger aus.

Kastanienbäume sind Bäume der Kinder. Es ist immer wieder ein schönes Bild, wenn kleine und große Kinder nach den braunen, glänzenden Kastanien suchen. Die Kinder sind glücklich während sie suchen und noch glücklicher, wenn sie eine Kastanie finden. Und wenn sie nichts finden können, dann werfen sie Stöcke in die Baumkrone und helfen dem Glück auf die Sprünge. Das Glück der Suchenden. Vielleicht sollten wir Erwachsenen mal von den Kindern etwas lernen?

Wenn ich mit meinen Kindern genug Kastanien gesammelt habe, dann breiten wir sie alle auf dem Küchentisch aus und lassen unserer Fantasie freien Lauf. Es wird gebohrt, zusammen gesteckt und wieder auseinander genommen; solange, bis einige tierähnliche Gestalten entstanden sind. Und wenn wir vor dem Basteln noch einige mit Marzipan gefüllte Äpfel in den Backofen geschoben haben, dann füllt sich die Küche mit dem herrlichen Duft der Bratäpfel. Ein vollkommenes Herbstglück.

Die Rosskastanie ist aber nicht nur ein Spielzeuglieferant. Sie nimmt auch in der Naturheilkunde eine wichtige Rolle ein. Ihr Hauptanwendungsgebiet sind die Erkrankungen des Gefäßsystems, insbesondere der Venen. Die Inhaltsstoffe der Rosskastanie lassen Ödeme ausschwemmen und helfen damit, das Schweregefühl in den Beinen zu beseitigen. Sie festigen die Gefäßwände und fördern die Durchblutung der feinsten Blutgefäße. In der Behandlung der Hämorrhoiden finden sie ebenfalls Anwendung und sind ein wichtiger Bestandteil von Salben und Zäpfchen. Darüber hinaus wendet die Klassische Homöopathie das Mittel Aesculus bei rheumatischen Schmerzen insbesondere in der Kreuzbein- und Lendengegend an.

Die Schwäche der Blutgefäße ist häufig eine Folge von Bewegungsmangel. Machen Sie also, unabhängig von der Witterung, einen langen, flotten Herbstspaziergang. Damit tun Sie etwas Gutes für Ihr Gefäßsystem, gleichzeitig stärken Sie Ihre Abwehrkräfte und beugen Erkältungskrankheiten vor. Ein Herbstspaziergang kann eine Wohltat nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele sein. Die Bewegung an der frischen Luft, die herbstliche Farbenpracht, das fast schon meditative Sammeln der glänzenden Kastanien können ein wunderbarer Ausgleich für den Alltagsstress bilden.

Haben Sie auch schon eine Kastanie in Ihrer Jackentasche? Wenn nicht, dann begeben Sie sich auf die Suche, und wenn sie mit vielen Kastanien wieder nach Hause kommen, dann bauen Sie daraus eine Kuh, es tut der Seele gut.


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